Freitag, 30. September 2016

Baugenehmigung die zweite....

Wie schon erwähnt, war unser zweiter Punkt die Befreiung der Firsthöhe. 

Hintergrund: bei uns im Bebauungsplan ist folgendes festgelegt:

1. Höhe des Hauses wird über die max. Firsthöhe definiert; diese beträgt 8,10m bei max. 2 Vollgeschossen und wird über die EFH festgesetzt

2. Bezugspunkt der EFH ist die Mitte des Grundstücks. Überschreitung dieser Höhe ist nach Einvernehmen der Gemeinde bis max. 50cm möglich.

Unser Architekt hatte folgendes vor, da wir ein Grundstück haben, das Abschüssig ist und wir nach unten einen Höhenunterschied von ca. 1,5m haben. 

Unterschreitung der EFH um 10cm (damit wir nicht zu viel Aufschütten müssen und Kosten sparen können;  bei gleichzeitiger Ausnutzung der Firsthöhe bezogen auf die Bezugshöhe um +50cm.

Klingt im ersten Moment etwas kompliziert aber eigentlich ganz einfach und ganz einfach erklärt wäre es. 

Wir gehen mit dem Gebäude von der Mitte des Grundstücks aus gesehen tiefer und halten (von der Mitte aus gesehen) die max. Höhe des Gebäudes ein.

Ganz so einfach ist es aber doch nicht wenn man eine Baubehörde hat, die sich ganz strikt an den Plan hält und jegliche Sondergenehmigung von vornherein ableht. 

Also was hieß das für uns: mit der Gemeinde telefoniert. Gemeinde brachte den Punkt mit 
auf die Sitzung und Punkt wurde genehmigt. Was sich außerdem auf der Sitzung herausgestellt hatte, dass in Zukunft einige der Bauten das gleiche Problem wie wir haben werden, da hier etliche Grundstücke abschüssig sind und somit der Bebauungsplan in sich unstimmig ist bzw. solche Befreiungsanträge dann öfters gestellt werden. 
Die Gemeinde hat daraufhin beschlossen, den Bebauungsplan zu vereinfachen und generell eine Erhöhung um +50cm ab Mitte Grundstück zu erlauben und den Punkt der max. Firsthöhe zu streichen. D.h. für alle anderen nach uns, sie können Dank uns ihr Haus um +50cm höhe planen (ich denke nur an meine Deckenerhöhung auf 2,80m, die ich aus diesem Grund streichen musste :-(

Warum gilt dies nicht für uns... tja, wie ihr schon gemerkt habt, haben wir eine Baubehörde, die nach Gesetz geht und nicht Pro Häuslebauer orientiert ist. D.h. es ist ihnen egal, dass die Gemeinde unserer Befreiung zugestimmt hat und es ist ihnen auch egal, dass sie der Baubehörde mitgeteilt hat, dass der Bebauungsplan in den nächsten Wochen/Monaten geändert wird. 

Fakt ist: es ist noch nicht jetzt geändert. Wir haben die Möglichkeit bekommen zu warten aber das dauert doch etwas zu lange. Daher haben wir uns entschieden, die Änderung der Baubehörde anzunehmen und unser geplantes Haus auf die 8,10 ab Rohfußboden zu ändern.

Irgendwie dauert alles doch ziemlich länger als man so denkt....  

Donnerstag, 29. September 2016

hiermit melden wir uns wieder zurück...

in den letzten zwei Monaten hat sich mehr oder weniger einiges getan. Da manche Dinge am Anfang nicht so liefen wie wir wollten (z.B. Baugenehmigung) wollten wir erst den Entscheid abwarten, bevor wir den Blog füttern (man weiß ja nie, wer alles mitliest ;-).

Also, nun von Anfang an und was bis jetzt alles erledigt ist

Baugesuch/Baugenehmigung:

Wir hatten ja erst Ende August unsere Baugenehmigung eingereicht, da die nächste Sitzung ja sowieso Mitte September ist. Das gute an unserer Gemeinde ist (und nicht immer Standard), dass unsere Unterlagen parallel auch schon an die Baubehörde weitergeleitet wurde, um so nicht wertvolle Zeit zu verlieren. Da wir nur den 2,5m Abstand zur Straße haben, konnten wir nicht mit dem Kentnissgabeverfahren einreichen, sondern mit dem normalen Verfahren (was ich im Nachhinein etwas bereue, da die Kosten von einem zum anderen enorm unterschiedlich sind aber dazu etwas später). 

Ca. eine Woche später erreichte uns schon der erste Brief der Baubehörde, der uns einige schlaflose Nächte bereitet hat!

Zwei Punkte waren hier zu klären. Wir wollten eine Befreiung der Firsthöhe (hier fehlte der Antrag) und der zweite Punkt, war das Gewerbe meines Mannes. Man denkt ja im Moment nichts schlimmes also rief er direkt beim Bauamt an und erkundigte sich, was es hier den für offene Fragen gäbe. Der Herr von der Rechtsabteilung erklärte ihm sodann, dass es nicht sicher sei, ob er in diesem Neubaugebiet einen Dienstleistungsbetrief eröffnent darf. Dies bedarf weiterer Klärung bzw. er sollte sich doch die Liste der Berufe anschauen, die in der BauNVO veröffentlich ist und sollte hier sein Beruf nicht dabei sein, dann schaue es schlecht aus. Man kann sich sicherlich vorstellen, was einem in dem Moment alles durch den Kopf geht! Wir sprechen hier übrigens von einem Allgemeinen Wohngebiet und auch die Gemeinde hatte uns hierzu schon das o.k. gegeben....

Also riefen wir die Gemeinde an. Unser Bürgermeister war zuerst guter Dinge, nach dem er aber wiederrum mit dem Bauamt gesprochen hatte, doch nicht so. Also man sollte diese Liste anschauen und dann werden wir weitersehen. 

Dann voller (mittlerweile Panik) den Architekten angerufen. Dieser Versand die Welt nicht mehr da in der BauNVO ein IT-Dienstleistungsbetrieb (ohne direkten Kundenverkehr vor Ort) kein Problem sein. Aber die besagte Liste kann er nicht. Er wollte sich drum kümmern. Parallel rief ich die IHK an, die für uns zuständig ist. Auch diese kannte die besagte Liste nicht! und verstanden auch die Argumente der Baubehörde keineswegs. Wir sollten uns im Notfall an die Stadt selbst wenden.

Am Nachmittag hatten wir dann noch einen Architektentermin und unser Architekt teilte uns mit, dass keiner seiner Kollegen (zum Teil sehr große Architektenbüros) diese besagte Liste kannte. Leider war der Herr vom Bauamt auch nicht mehr erreichbar also war dies ein tolles Wochenende.

Einige Tage später bekamen wir dann diese Liste vom Bauamt persönlich (wobei ich hier sagen muss, dass der Herr von der Rechtsabteilung doch sehr zuvorkommend war und uns im Nachhinein auch geholfen hatte, die Dinge zu beschleunigen). 
Und.... Gott sei Dank gab es hier einen Netzwerkadministrator (ich weiß nicht was wir getan hätten, wäre dieser nicht da gestanden) und wir konnten diesen Punkt abklären.

Fazit für alle: es bringt nichts, sich das Einverständnis von der Gemeinde vorerst einzuholen. Die Baubehörde hat hier das letzte Sagen und daher sollte man solche Dinge schon im Vorfeld geklärt haben.

Der zweite Punkt war die Befreiung der Firsthöhe.. (hierzu berichte ich in meinem nächsten Post, da auch dies etwas länger dauert). Außerdem gab es hier Streitigkeiten zwischen unserem Architekten und auch der Baubehörde (hier eine Architektin)sodass hier die Gemüter auf beiden Seiten ziemlich aufgebraust waren....