Welche Hausbaufirma



Tja, auch wir standen mal vor der Frage: welche Hausbaufirma soll es denn nun werden?
Uns war zwar von Anfang an klar, dass Massiv bauen für uns nicht in Frage kommt  aber bei den vielen Hausbaufirmen, Ausbaustufen etc. kommt man doch am am Anfang ziemlich ins Schleudern und hat das Gefühl, man wird sich nie entscheiden können. Auch die Flut an Prospekten und Informationen ist immens und jeder will es besser machen und wissen als der andere.

Da wir uns vor ca. 2 Jahren schon einmal mit dem Thema befasst hatten wussten wir, dass es eine Firma sein muss, die sehr flexibel bei der Grundrissplanung ist (da ich beim Feng Shui keine Kompromisse eingehen möchte)und das mind. KFW 55 im Standard ein Muss ist und wir eine LWWP haben möchten (kein Gas). Sobald ein Verkäufer außerdem versucht hat uns unter Druck zu setzten und alle andere Firmen schlecht redete, fiel diese Firma auch aus dem Rennen (denn es gibt meiner Meinung nach keine Firma, die perfekt ist und auf dem Bau passieren dem Billigen wie auch dem Teueren Fehler, da muss jedem klar sein).

Okal war uns damals schon positiv aufgefallen und daher riefen wir den damaligen Verkaufsberater, Herrn Lach…. an (den es Gott sei Dank auch heute noch gibt), um einen Termin zu vereinbaren. Schön war, dass er sich an uns noch gut erinnern konnte und es war ein sehr herzliches und vertrautes Gespräch. Er bot uns gleich an, bei uns vorbeizukommen, da wir ja Kinder haben und es für uns daher einfacher ist. Schon damals hatte er nie versucht, uns unter Druck zu setzen, hatte alle Fragen immer zeitnah beantwortet. Als wir uns dann gegen das Hausbauen entschieden hatten, war er verständnisvoll und nie genervt. Als er dann ein paar Tage später vorbeikam, hatte sich unser damaliges Gefühl bestätigt und wir sprachen darüber, wie unser Haus den so ausschauen sollte und gingen die Eckdaten durch. Da mein Mann selbständig ist, wollten wir ein Haupthaus und ein gleich daran angrenzendes Bürogebäude, welches später mal als Einliegerwohnung umfunktioniert werden kann. Auch waren wir uns einig, dass wir nur auf Bodenplatte bauen wollen. Mir war es noch wichtig, dass das Haus + der Eingang flexible bleibt, da wir zu diesem Zeitpunkt den Bebauungplan nicht kannten und ich erst dann ganz genau wissen kann, wie das Gebäude ausgerichtet werden muss. Herr Lach… bot uns an, auch noch nach Grundstücken zu schauen und beim nächsten Termin den Finanzierer mitzunehmen, damit wir dies von der Seite auch nochmals prüfen konnten. Alles in allem ein sehr nettes  und vertrautes Gespräch.

Da wir uns aber trotzdem nicht auf eine Firma festlegen wollten, gingen wir nach Fellbach ins Musterhauszentrum und schauten uns die anderen Firmen auch nochmals an und nahmen  Unmengen an Papier und Informationen mit. Auch konnten wir hier schon einige Firmen aussortieren, die definitv für unser Vorhaben zu teuer gewesen wären.

Daheim angekommen, studierten wir alles und nahmen Kontakt zu Fingerhaus auf. Es meldete sich schnell ein Herr XXX und vereinbarte mit uns einen Termin bei uns zu Hause.
Als er dann kam war sein erster Satz „Ich gratuliere Ihnen, Sie werden heute bei mir einen Hausvertrag unterschreiben“… Ich sah meinen Mann an und mir war klar, dass er ihn am liebsten wieder gleich nach Hause geschickt hätte aber man will ja höflich sein. Also gingen wir hier auch die Eckdaten durch, Herr P.  erzählte uns über Fingerhaus und bot uns gleich an, dass Werk mit ihm zu besichtigen. Als es dann zum Ende hin zuging, fragte er uns wieder einmal, ob wir den nicht gleich unterschreiben wollen, da es jetzt eine Aktion gibt und das Haus 10.000€ günstiger ist. Mein Mann wurde dann etwas deutlicher und teilte ihm freundlich mit, dass es uns egal ist ob es im Moment eine Aktion gibt wir unterschreiben erst, wenn wir uns sicher sind und ob es dann die 10TE mehr oder weniger sind ist uns egal. Also vereinbarte man danach nochmals einen Termin, da uns ja die Preise an sich schon sehr interessiert haben aber unser Bauchgefühl war schon da sehr schlecht und wir waren uns eingentlich sicher, diese Firma ist raus.

Da mich schon immer ein KFW40 Haus interessiert hat kam ich irgendwann auf eine Anzeige der Firma Fischhaus und wir schauten uns deren Homepage an. Hier fiel uns sofort das Musterhaus aus München Poing auf und wir wussten, das ist es (zumindest vom Grundriss her). Ich forderte ein Prospekt an und als es ankam waren wir wirklich begeistert. Diese Firma wollten wir uns näher anschauen. Also vereinbarten wir im Allgäu mit dem Verkäufer einen Termin (mein Mann hatte eigentlich keinen Bock mehr, tat es mir aber zuliebe) und wir fuhren zum Musterhaus. Herr XXX war super freundlich, sehr kompetent und wir hatten das erste Mal das Gefühl, dass jemand verstand, das wir nicht mit Gas bauen wollten. Außerdem kam er selbst aus der Baubranche und wusste, wovon er spricht.  Sogar mein Mann war hellauf begeistert und wir waren uns eigentlich sicher, dass wir mit Fischerhaus bauen wollen, sofern der Preis stimmt. Wir vereinbarten einen Termin bei uns zu Hause, da Herr XXX sich das Neubaugebiet anschauen wollte, da wir ja auf Bodenplatte bauen möchten und das Neubaugebiet z.T.  Hanglage aufweist. Ein paar Wochen später wurde das Grundstück besichtigt (wir waren uns alle einig, welches Grundstück wir haben möchten) und Bodenplatte war auch o.k. Da es mittlerweise Sommer war und wir in die Ferien fuhren vereinbarten wir einen Termin nach den Sommerferien. Hier sollten wir dann die ersten Entwürfe und den Preis bekommen.

Parallel hatte Kampa mein Interesse geweckt, da diese ja auch KFW40 im Standard anbieten, wobei ich hier schon gehört hatte, dass diese recht teuer sind. Aber Anfragen kostet ja nichts und es ist nicht schlecht, wenn man die Firmen vergleichen kann. Also gingen wir ins Musterhaus nach Bad Saulgau und hörten uns einen interessanten Vortrag über deren Bauweise an und nahmen einige Prospekte mit. Wir vereinbarten einen Termin mit dem Verkäufer noch vor den Sommerferien, sodass er Zeit hat, die Pläne bis dahin fertigzustellen. Es war ein sehr nettes Gespräch, ohne Druck und die Firma beeindruckte mit ihrem Angebot.

Danach ging es für uns erst einmal in die Sommerpause und wir wollten mal nichts mehr vom Thema Bauen wissen, da es schon ganz schön schlaucht….

Hausbaufirma Teil 2

nach den Sommerferien ging es dann langsam in die Tiefe….

Fingerhaus hatte uns mit dem Grundriss, dem Preis und dem sehr penetranten Verhalten des Verkäufers einfach nicht überzeugen können und fiel daher aus dem Rennen.
Kampa war schon wie vermutet sehr teuer (wobei sicherlich vieles gerechtfertigt ist, da sie im Standard schon sehr hochwertig sind) aber leider sprengte es einfach unser Budget um 100TE.

Im Rennen waren nun nur noch Okal und Fischerhaus.
Wir hatten noch vor den Sommerferien den Grundriss vom LaCasa La Rocca von Fischerhaus als Grundentwurf genommen und Feng Shui technisch an unsere Bedürfnisse angepasst. Beim Grundstück waren wir auch etwas weiter, zumindest durften wir  nun die vier für uns in Frage kommenden Grundstücke auswählen und einreichen, sodass wir nach der Feng Shui Analyse uns für die vier Grunstücke entschieden hatten, die eine NW Ausrichtung hatten (hier mehr dazu auf der Seite über die Grundstückssuche und die Auswahl). Diese Entwürfe bekamen dann Okal und Fischerhaus zugeschickt, sodass beide die gleichen Grundbedingungen hatten.

Fischerhaus: Wir trafen uns Mitte September und waren echt gespannt auf die Pläne und vor allem den Preis. Die Pläne waren super, das Konzept an sich sehr schlüssig und auf den ersten Blick sehr ansprechend. Im Standard schon hochwertig und verbaut auch Vissmann Technik, die sehr gut ist. Tja, der Preis  war doch mehr als erwartet. Was positiv war und später noch eine Rolle in unserer Entscheidung spielte, war, dass die Preise vom Rohbauhaus bis Schlüsselfertig aufgelistet  wurden, sodass man für jedes Gewerk eine gute Übersicht hatte. Unser Verkäufer meinte, den Preis können wir ja durch die KFW Förderung und die niedrigen Stromkosten (eine Photovoltaikanlage haben wir mit eingeplant) wett machen. Die Frage kam auch gleich auf, ob wir gleich unterschreiben wollen aber dies verneinten wir, da wir ja das Angebot erst einmal sacken lassen mussten.
Tja, unsere Gesichter waren lang als wir alleine waren, denn die Gebäudehülle hatte uns schon sehr zugesagt. Also das neue Angebot von Okal abwarten, die bis dahin ja nicht aus dem Rennen waren und schauen, ob die auf KFW 40 gehen können.

Okal: Herr La… kam und brachte uns das Angebot. Leider wichen die Zeichnungen schon sehr von unseren ab und er begründetet dies, dass er dies so nicht zeichnen kann aber die Maße das ausschlaggebende sind und sich daraus die Preise berechnen. Einige Punkte waren leider auch nicht umgesetzt aber dies kannte ich schon von Okal also locherten wir ihn mit Preisanfragen und schrieben dies akribisch auf. Ich erwähnte, dass mich von einem Mitanbieter die KFW 40 Gebäudehülle intertessiert und Herr La… meinte, dass dies aus seiner Sicht nicht gebraucht wird, da KFW55 schon sehr hoch ist aber der Aufpreis sich auf ca. 14.000€ belaufe (hier war ich erst einmal platt, da ich dachte, dass dies mind. 50TE Unterschied wären). Er schlug uns vor, lieber auf ein Energie-Plus-Haus zu gehen und dieses Geld in eine Photovoltaikanlage zu stecken. Hier gab er uns ein wirklich unschlagbares Angebot über eine 8kW Anlage mit Speicherbatterien. LWW Pumpe wie gewünscht und den Grundriss innen, wird uns der Architekt dann anpassen, hier können wir aber ohne Aufpreis alles anpassen lassen (sofern wir nicht noch Extrawünsche haben). Die Preise für die Extrawünsche haben wir uns auch gleich geben lassen, sodass wir doch mit einem relativ guten Gefühl das Gespräch beendeten. Er schaute sich mit uns auch noch das Neubaugebiet an und auch hier war die Bodenplatte o.k. Daraufhin schlug er uns vor, einen Vermesser in der Nähe gleich in Kentniss zu setzten, sodass wir uns hier um nichts kümmern müssen. Wir schauten uns noch ein Okal Haus (von außen) in der Nähe an und hatten ein ganz gutes Gefühl bei der Sache wollte aber auch nochmals alles durchgehen und auch einen Bausachverständigen über die Bau- und Leistungsbeschreibung und das Angebot drüberschauen lassen. Wir vereinbarten mit ihm dass wir uns zügig melden.

Und dann ging die akribische Rechnerei und der Vergleich bzgl. Preis-Leistungsverhältnis los….

Die Entscheidung

Wie ihr ja wisst, haben wir uns für OKAL entschieden aber warum…

Der Verkäufer von Fischerhaus rief uns einige Tage später an um zu wissen, wann er denn mit einer Unterschrift rechnen kann. Hier erklärte ich ihm dann, dass zwischen ihm und einem Mitanbieter eine Preislich immense Kluft ist, die wir im Moment so nicht verstehen und ich daher noch einige Zeit brauche, um alles zu überprüfen. Er war etwas erstaunt und versuchte mir die tolle Gebäudehülle nochmals näherzubringen, was ich ja nicht verneinte aber was bringt mir eine tolle Gebäudehülle, wenn ich nachts nicht mehr schlafen kann weil der Kredit zu hoch ist und dann machte er den 1. Fehler. Er bot uns an, die Gebäudehülle über Fischerhaus zu kaufen und da er ja früher selbst eine Baufirma hatte, ansässige Firmen die er noch kennt ins Boot zu holen, die dann den Rest machen. Die Bauleitung macht er dann. So könnten wir dann doch eine Menge Geld sparen (wieviel hatte er nicht erwähnt) und den Rest würden wir über die verbilligten Zinsen durch die KFW40 reinholen. Aha, also geht es bei Fischerhaus auch anders…. bzw. weiß Fischerhaus weiß seine Verkäufer so machen? Ich gab ihm zu verstehen, dass ich dies gerne mit meinem Mann besprechen möchte und wir uns dann wieder melden.

Wie ich schon im Teil 2 erwähnt habe, wollte ich mir alles nochmals genau auflisten und erstellte eine Excel-Tabelle, die alle Kosten wiederspiegeln soll um somit besser Vergleichen zu können, wo die Kostendifferenzen sind. Zwischen dem Angebot von Fischerhaus und OKAL kluffte eine Summe von ca. 80TE, was für uns sehr viel Geld ist und wir nicht so aus dem Ärmel schütteln könnnen.

Ich würde jedem zukünftigen Häuslebauer raten, solch eine Liste zu erstellen, denn erst dann erkennt ihr, wo eventuelle Ungereimtheiten liegen oder die Angebote wirklich fair sind. Klar kann man kein Gewerk auf den Punkt genau vergleichen aber mit der Zeit hat man eine gute Vorstellung, was gerechtfertigt ist und wo wirklich übertrieben wird. Ich erfragte bei OKAL also die jeweiligen Ausbaustufen an (Rohbau, Technikfertig, Malervorbereitet, Schlüsselfertig). Hier lies ich mir noch aufschlüsseln, was in der jeweiligen Stufe mit drin ist, sodass ich die Excel Liste gut anpassen konnte. Von Fischerhaus hatte ich ja schon eine detaillierte Aufstellung, (Ausbaustufe/Rohbau, Technikpaket, Spachtelarbeiten, Fliesen, Sanitärobjekte, Malerarbeiten, Bodenbeläge und Innentüren). Was  die Excel Liste zutage brachte war für mich und meinen Mann erstaunlich.

Im Rohbau (hier ging ich bei beiden von KFW40 aus) war OKAL sogar einen Ticken teurer aber nicht nennenswert. Und nun kommt der Hammer: Im Bereich Technikfertig (Vissmann und Buderus Anlage schenken sich preislich nichts) lagen wir mit OKAL bei ungefähr 70.000€ (inkl. MyGekko im Standard und Solaranlage für Brauchwassererwärmung) und Fischerhaus bei 140.000€! (ohne Haussteuerung, ohne Solaranlage für Brauchwassererwärmung und weniger Steckdosen beim Elektro, gleiche Rohre im Sanitär wie Okal). Einfach mal das Doppelte! Ich googelte draufhin das Gewerk und wollte wissen, wer von beiden nun eher an der Realität dran ist und kam immer wieder auf die Summe von OKAL aber nie auf die Summe von Fischerhaus. Bei den anderen Gewerken war Fischerhaus einen Tick teurer aber dies ist darauf zurückzuführen, dass sie im Standard etwas höherwertig sind also absolut o.k. Nun wisst ihr auch, warum solch eine Excel Liste von Vorteil ist. Erst jetzt stellten wir uns die Frage, wollen die uns übers Ohr hauen? Auch wenn Fischerhaus nur scheinbar deutsche Arbeiter hat und deutsche Firmen beauftragt kann dies nicht so eine Summe gerechtfertigen.

Ich schrieb daraufhin dem Verkäufer von Fischerhaus eine Mail mit der Bemerkung „nun, nachdem ich meine Hausausfgaben gründlich gemacht habe“  und wollte von ihm eine Erklärung. Eine Woche später kam nur eine Mail, dass er uns seine Frau die nächste Woche in Urlaub sind und er sich danach melden wird. Nach diesem Urlaub vergingen nun weitere drei Wochen und ich bekam diese Tage einen Anruf und eine Nachricht auf meinen AB, ob wir uns denn nun entschieden hätten…. mehr nichts…

Ja, wir haben uns entschieden für OKAL, denn die wollen uns nichts übers Ohr hauen. Unser Bausachverständiger gab uns davor grünes Licht für OKAL und unser Angebot (den Preis übrigens bei Fischerhaus hat auch er nicht verstanden und meinte weit überteuert) auch hatte auch schon einige Okal Häuser abgenommen und war bisher mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Er gab uns noch ein paar Tipps und dann konnte es losgehen.

Ich bin gespannt, wie es nun weiter gehen wird….

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